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www.RIF-eV.de | Erläuterung zu Use-Case 3: Topstar | 06.12.2019

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Use-Case-Beschreibung

Topstar ist seit Jahrzehnten nicht nur Innovator am Markt für Produkte, sondern auch für Produktionstechniken in der Möbelfertigung. So hat das Unternehmen Anfang der 1990er Jahre u. a. das erste vollautomatische Hochregallager, die ersten Aufricht- und Schließmaschinen für Kartonagen oder den ersten EAN-Code in der Branche eingeführt. Im Verlauf der 2000er Jahre wurden dann in mehreren wissenschaftlichen Forschungsprojekten Lean-Techniken und Hightech-Kooperationen umgesetzt sowie die Zufriedenheit und Kompetenz der Belegschaft in den Fokus gerückt.

Im Rahmen des Projekt STEPS war das Ziel geeignete Industrie 4.0-Technologien zu identifizieren und umzusetzen. Hierzu wurden verschiedene Fertigungsbereiche wie die Näherei und Polsterei sowie Kommissionierungs- und Montagelinien näher betrachtet. Der ursprüngliche Plan war, an den Kommissionierungslinien (Einlegen von Stuhlteilen in Kartonagen) Mensch-Maschine-Kollaborationen einzuführen. Aufgrund des schnellen Bandtaktes und des teilweise hohen Gewichts der Komponenten wurde diese Idee wieder verworfen, da die smarte Robotik zu diesem Zeitpunkt die Anforderungen nicht erfüllte.

Nach mehreren weiteren Analysen unterschiedlicher Unternehmensbereiche wurde die Produktionslinie Wagner ausgewählt, da dort einerseits unternehmensseitig Potenziale zur Prozessoptimierung und andererseits auch mögliche technische Lösungen identifiziert wurden. Die Idee war die Produktion um Echtzeitinformationen zu bereichern, sodass einerseits den Mitarbeitern auf dem Shopfloor aktuelle Informationen (bspw. Arbeitsanweisungen, Produktionsprogramm) zur Verfügung stehen und andererseits die Produktion optimal gesteuert werden kann (bspw. Liefertermine, ergonomische Arbeitsverteilung). Damit weitere nicht-wertschöpfende Tätigkeiten reduziert werden, wurde ergänzend die Idee der Integration smarter führerlose Transportfahrzeuge (sogenannte AGV, Autonomous Guided Vehicle) geprüft. Die Aufgabe war es somit, die bisherige Produktionslinie (siehe Abbildung 34) auf ca. 1.000 qm komplett neu zu gestalten. Basis hierfür bildeten vier zentrale Ziele für das Projekt, die aus den o. g. Oberzielen und den Projektanforderungen abgeleitet wurden (siehe 4.3.1).

Abbildung 34: Blick auf die Fertigungslinie Wagner vor dem Umbau