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www.RIF-eV.de | STEPS-Gesamtsystematik | 17.11.2019

STEPS-Gesamtsystematik 


Die im Projekt STEPS entwickelte Systematik besteht aus den folgenden vier Modulen:

Modul 0 - Unternehmenstypologie
Modul 1 - Zielgerichtete Auswahl von CPPS-Lösungen
Modul 2 - Sozio-technische Fähigkeitsbewertung
Modul 3 - Befähigung

 

Erläuterungen zum Aufbau:

Grundlegend orientiert sich die Systematik an einer zielgerichteten, digitalen Transformation von Unternehmen. Die Umsetzung der Industrie 4.0 bzw. der Einsatz Cyber-Physischer Produktionssysteme ist dabei kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, um einen definierten Ziel-Zustand zu erreichen. Von Bedeutung ist dabei die Berücksichtigung des jeweiligen aktuellen Ist-Zustands, der die Grundlage für den Transformationsprozess bildet. Um Unternehmen bei dieser zielgerichteten Transformation zu unterstützen, wurden vier Module entwickelt, siehe Abbildung 3. Prinzipiell sind diese Module unabhängig voneinander nutzbar, doch erst kombiniert unterstützen sie den gesamten Gestaltungs- und Einführungsprozess.

Den grundlegenden Rahmen bildet die Unternehmenstypologie. Diese beschreibt detailliert vier Unternehmenstypen samt der zugehörigen Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für die Einführung der Industrie 4.0 anhand von Fallbeispielen. Die Einordnung des eigenen Unternehmens ermöglicht es, die eigenen Erfolgsfaktoren und Hemmnisse zu erkennen und in den Gestaltungs- und Einführungsprozess einfließen zu lassen. Bezogen auf die Unternehmensstruktur und die daraus resultierenden Eigenschaften unterstützt dieses Modul maßgeblich zur Einordnung des Ist-Zustands und gibt Anregungen für die zukünftige Unternehmensentwicklung.

Darauf aufbauend werden die Module 1-3 iterativ durchlaufen, um die Digitalisierung fortlaufend und zielgerichtet umzusetzen. Das „Großprojekt“ der Digitalisierung soll dadurch in kleinere Projekte unterteilt werden, im Rahmen derer einzeln messbare Potenziale für einzelne Bereiche umzusetzen sind. Anhand von Demonstratoren wird der Nutzen für das eigene Unternehmen evaluiert und kann bei Erfolg auf weitere Teile des Unternehmens übertragen werden. Ziel ist es, dadurch das Risiko überschaubar zu halten und die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens zu steigern. Eine übergeordnete Vision der Industrie 4.0 wird dadurch nicht obsolet, doch wird die konkrete Ausprägung und die schrittweise Annäherung an diese Vision unterstützt. Im Zuge dessen kann auch eine erneute Einordnung in die Unternehmenstypologie sinnvoll sein, da das Unternehmen möglicherweise eine nennenswerte Entwicklung durchläuft.

Im Modul 1 werden Unternehmen bei der Auswahl geeigneter Industrie 4.0-Lösungen unterstützt. Die Grundlage hierzu bilden die Definition von Unternehmenszielen sowie die Ableitung dieser auf die einzelnen Unternehmensbereiche. Für einen ausgewählten Pilotbereich inklusive definierter Problemstellung wird im nächsten Schritt die Auswahl einer geeigneten Industrie 4.0-Lösung unterstützt. In der entwickelten Online-Auswahlhilfe werden bestehende Industrie 4.0-Lösungen beschrieben und hinsichtlich ihrer Auswirkung auf das Unternehmen bewertet. Ergebnis ist die Identifikation von Prinziplösungen, die im Folgenden detaillierter analysiert werden.

Das Modul 2 unterstützt die Ausgestaltung der Industrie 4.0-Lösung in Form eines Workshopkonzepts. Hierzu wurde ein Excel-Tool entwickelt, welches die sozio-technische Bewertung der Prinziplösung ermöglicht. Die detaillierte Betrachtung des Ist-Zustands des betrachteten Produktionsbereichs vor Einführung der Industrie 4.0-Lösung sowie des Soll-Zustands inklusive ausgewählter Prinziplösungen ermöglicht eine Analyse der Auswirkungen sowie erforderlicher Handlungsfelder. Auf Basis dessen erfolgt die abschließende Bewertung und Auswahl einer Industrie 4.0-Lösung.

Abschließend liefert das Modul 3 ein Vorgehen zur Umsetzung der ausgewählten Lösung. Im Rahmen dessen werden die Handlungsfelder Mitarbeitereinbindung, Kompetenzentwicklung sowie Verstetigung und Nachhaltigkeit thematisiert sowie konkrete methodische Unterstützungen gegeben. Darüber hinaus wurde in diesem Kontext gemeinsam mit anderen Verbundprojekten eine Broschüre erarbeitet, die Best-Practices zur Umsetzung von Industrie 4.0-Lösungen aufweist.

Abbildung 3: Übersicht Systematik zur Gestaltung und Einführung von CPPS (i. A. a. Nöhring et al. 2016)